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"Julian Baumgartlingers Kritik am Fussball"

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"Julian Baumgartlingers Kritik am Fussball"

Beitrag von Austrian Economics am 26.07.17 17:59

Der österreichische Profifussballer Julian Baumgartlinger hat jüngst kritisiert, dass die Entwicklung im Fussball fatal ist. Transfersummen die jedes Jahr neue Rekorde brechen, könnten dem Fussball nicht gut tun. Aus meiner Sicht greift Herr Baumgartlinger zwar ein Symptom auf, erklärt damit aber nicht woher seine Ursache kommt. Er reduziert seine Betrachtung auf den Fussball. Das widerum verlockt manch andere die absurde Aussage in den Raum zu stellen, "ein Fussballer verdiene es nicht, über einen bestimmten Betrag hinaus Wert zu sein - ein Ingenieur müsste viel mehr verdienen". Diese Betrachtung ist fatal, weil sie dazu führt, dass jeder glaubt, er selber müsse eigentlich viel mehr verdienen und ein anderer viel weniger. Dieser Fehlbetrachtung geht die irrige Annahme vorraus, Wertungen und somit Preise könne man beliebig setzen, oder man könne eine hierarchische Ordnung aufbauen, nach der etwas an Wert und Preis bekommt. Dieser Trugschluss wurde vor über hundert Jahren durch die subjektive Wertlehre von Carl Menger, dem Begründer der österreichischen Schule der Nationalökonomie allumfassend entkräftet und entlarvt. Doch da auszugehen ist, dass die wenigsten Menschen Carl Mengers "Subjektive Wertlehre" gelesen (und verstanden) haben, geistern heutzutage, angeregt durch Phänomene, die im Geldsystem und im regulierten Kapitalismus ihre Ursachen finden, immer noch und schon wieder Trugschlüsse durch die Gesellschaft. Diese sind nicht einfach nur falsch sondern, wenn sie sich institutionell etablieren sollten, auch gefährlich.

Worauf Herr Baumgartlinger schimpfen sollte, sind unfreie Märkte, ein regulierter Kapitalismus, der Gewinner und Verlierer hervorbringt und behindert, dass Menschen an einer Luft der Freiheit unternehmerisch tätig werden können um stets günstigere Alternativen zu höherer Qualität hervorzubringen. Ebenso sollte Herr Baumgartlinger auf das (Fiat-Money)Geldsystem schimpfen, bei dem Geld und Kredit durch künstlich niedrige Zinsen von Zentralbanken geschöpft wird und durch die daraus resultierende Geldflut steigen die Preise, unter anderem auch für Fussballer enorm.

Auf den Fussball zu schimpfen ist noch nichtmal zu kurz gedacht, es ist gar nicht gedacht. Ludwig von Mises hat in seinen Büchern und Schriften das Geldsystem beschrieben, erklärt und dessen Konsequenzen, die wir Heute weltweit erleben, aufgezeigt. Er hat klipp und klar formuliert, dass Geld, Kredit und Zins frei sein müssen. Frei durch ein freies, unreguliertes Bankenwesen ohne Zentralbanksystem sollte Geld emitiert werden können. Frei durch Angebot und Nachfrage sollten sowohl Banken als auch das durch sie emittierte Geld durch eine Bestätigung eine Etablierung oder durch eine Ablehnung eine Nicht-Etablierung erfahren.

Unter Berücksichtigung dieser Punkte bekommen die Menschen einen Kapitalismus ohne Wirtschaftskrisen von dem dann auch die Ärmsten profitieren. Durch das gegenwärtige Geldsystem werden die Reichen reicher und die Armen eher ärmer, weil das Geld, dass in die Welt kommt, nicht bei jedem Menschen gleichzeitig und gleichmäßig ankommt. Daraus zu entheben, es wäre wohl besser, wenn man die Geldmenge derart vervielfacht, dass sie stets gleichzeitig und gleichmäßig bei allen Menschen ankommt, würde übersehen, dass bei einer Vervielfältigung der Geldmenge über Nacht, die Preise diesem Mechanismus nacheifern würden. Da die Relation von Geld zu Gütern gleich bliebe und die Zunahme des Geldes alle Menschen gleicher Zeit und gleichen Umfanges miteinschließe, würden sich lediglich die Ziffern auf den Supermarktpreisen oder an den imaginären Geldschildern, die Fussballspielern umgehängt sind, ändern. Es hätte also für niemanden, auch für keine Gruppe lobbyierender Interessen einen Vorteil. Das ist der Grund, warum es dafür auch keine Unterstützung gibt. Unterstützung gibt es stets nur für jene Form der Inflation, die wenige auf Kosten vieler begünstigt.

Das Geld kommt bei einer Inflationspolitik immer bei gewissen Menschen und Institutionen zu erst in die Welt und diese kaufen zu den alten Preisen. Daraufhin steigen die Preise und die anderen Menschen, die (noch) nicht im Besitz des neu in die Welt gekommenen Geldes sind, zahlen dann die neuen, erhöhten Preise - haben also de facto einen Verlust an Kaufkraft.

Daran erkennt man: Die weltweit betriebene Inflationspolitik der Zentralbanken, der Mechanismus, dass das Geld immer zuerst bei einigen wenigen ankommt bevor es sich ausbreitet, treibt die weltweiten Preise. Immobilien, Lebenshaltungskosten und auch Transfersummen sind nur einige genannte immer wiederkehrende mediale Themen, bei denen man diese Entwicklung beobachten kann.

Zentralbanken setzen den Leitzins, können aber niemals wissen wo er eigentlich tatsächlich liegt. Wo der Leitzins in Wahrheit liegt, könnte nur ein freier Markt entdecken. Ein freier Markt gleicht einem Entdeckungsverfahren, da Menschen spontan-dynamisch handelnde Wesen sind, die über die Zukunft nichts genaues sagen können. Somit ist auch jede Entscheidung die ein Mensch trifft eine Spekulation auf die Zukunft. Würden Menschen die Zukunft kennen, würden sie nicht mehr handeln. Aus menschlichen Handlungen heraus, die sich im Laufe der Zeit immerfort ändern können, resultiert ein Zins, der die menschlichen Handlungen abbildet. Da sich menschliche Handlungen nun aber nicht vorhersehen lassen, lässt sich auch nicht vorhersehen wo der Zins gerade liegen könnte oder sich in Zukunft befinden wird.

Auf unserer Welt existieren milliardenfache Handlungen und nicht in Zahlen ausdrückbare, wandelbare Bedürfnisse, die im Tausch von Angebot und Nachfrage ihre Befriedigung suchen, doch nirgendwo anders als in Büroräumen von Zentralbanken wird beschlossen wo der Zins (= Preis für das Geld) sich aktuell und auch in Zukunft (bis zur nächsten Zinsentscheidung) befinden soll. Dieses Verhalten der Zentralbanken ist nichts anderes als der Versuch Gott zu spielen, indem man sich benimmt, als wäre man als Institution allwissend. Es wird ein Wissen sich angemaßt, dass über die Fähigkeit eines Menschen weit hinausgeht. Jedoch eine Fähigkeit die all zu menschlich ist, offenbart sich sehr wohl darin - Anmaßung von Wissen. Friedrich August von Hayek hat in seinen Büchern und Schriften vor einer Anmaßung von Wissen gewarnt. Er, wie auch Ludwig von Mises sahen die westliche Zivilisation durch eine solche Politik bedroht.

Die Konsequenz einer solchen Politik sind Preissteigerungen, Blasenbildungen auf dem Markt, deren Knie vor jedem all zu scharfen Windhauch zittern, dass sie bloß nicht platzen mögen, Marktverzerrungen und Wirtschaftskrisen mit bis zu millionenfacher Arbeitslosigkeit. Übrigens, ein paar Blicke in die letzten 300 Jahre zeigt, wie häufig der Versuch der Geldalchemisten schon gescheitert ist und wie er ganze Gesellschaften politisch radikalisiert hat mit mitunter tragischem Ausgang, siehe die Bewegung des Nationalsozialismus. Ein mir momentan nicht zuordbarer Ausspruch lautete: "Nichts habe die deutsche Bevölkerung so bereit gemacht für den Nationalsozialismus wie die Inflation." Doch stets wurde als Ursache für Wirtschaftskrisen dem "Kapitalismus" die Rolle des Sündenbockes zugeschustert. Als dem Kapitalismus innewohnend seien diese Wirtschaftskrisen, behaupteten stets jene, die den Wirtschaftskrisen nicht zu tief auf den Grund gehen wollten und lieber mit bequemen und populistischen Vorurteilen Vorlieb nahmen.

Die Schöpfung von Geld aus dem Nichts (Fiat-Money-System) bewirkt das sich auftürmen von Geldbergen, die in gewissen Sektoren investiert werden - Immobilien, Fussball, Rüstung usw. Mehr Geld in der Welt führt NICHT dazu, dass die Menschen reicher werden. Dies ist ein sozialistischer Trugschluss. Reich werden die Menschen durch Produktion. Umso mehr produziert wird, desto mehr fallen die Preise und dann können sich die Menschen mehr leisten. Erst kommt die Produktion, danach folgt der Konsum. Geld zu drucken, Geld durch Kredite zu schöpfen, all das macht nicht reich sondern arm und die Ungleichheiten nehmen zu, ebenso wie die gesellschaftlichen Spannungen und die politischen Radikalisierungen.

Würde Herr Baumgartlinger diese Thematik in dieser Dimension ansprechen, würde seine Kritik nicht bei einem oberflächlichen Eindruck, einem Gefühl verbleiben, dass zwar vielen Menschen aus der Seele spricht aber nicht wirklich erläutert, was die Ursache der Probleme ist. Vielleicht hätte Herr Baumgartlinger dann sogar in mir einen Fussballfan mehr, der ihm beim spielen die Daumen drückt.

Austrian Economics
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