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Moderne Sklaverei in der Schweiz

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Moderne Sklaverei in der Schweiz

Beitrag von fidelio777 am 26.08.11 15:33

Da ich ja auf Stellensuche bin, melde ich mich bei den Arbeitgebern die eine interessante Arbeit anbieten. Es kann aber auch vorkommen, dass ich nebst dem kaufmännischen Bereich mich auch melde bei einem anderen Arbeitgeber, da ich bereits viele Arbeiten ausgeübt habe. Von Reinigungen bis Chauffeur sehr viel.

An einem Donnerstag sah ich in einem Anzeiger folgendes Inserat:

Für unser Depot in Zollikofen

suchen wir ab sofort
Chauffeur
für Nacht-Transporte (Pressedienst)
zwischen 00:00 und 06:00 Uhr (ev. auch
Sonntags.) Erfahrung mit Lieferwagen
3.5 Tonnen ist erwünscht.
Kontaktieren Sie bitte Herr Gu.......g

Da ich bereits Erfahrung habe in diesem Beruf, dachte ich, ich rufe diesen mal an um zu fragen wie es aussieht mit dieser Arbeitsstelle. Ich wusste, dass es sich um eine Arbeitsstelle handelt bei der man in einem Depot Zeitungen und Zeitschriften verarbeiten und bereitstellen musste um an die verschiedenen Kunden zuzustellen. Das heisst der Arabeitsbeginn war um 00:00 Uhr. Das Arbeitsende ist um 06:00 Uhr, laut dem Inserat.

Am Samstag hat mich der Unternehmer angerufen ich könne mal einen Abend resp. eine Nacht schnuppern kommen, damit ich sehen kann um was für eine Arbeit es sich handelt. Ich sagte spontan zu und machte mit ihm einen Termin ab.

Am Dienstag, 23.08.2011 und 00:00' war Arbeitsbeginn. Dann wurde ich einem Chauffeur zugeteilt um die Arbeit anzulernen. Diese Arbeit dauerte bis um 04:00 Uhr. Das bedeutete bis dahin sämtliche Zeitungen und Zeitschriften die es auf dem Markt gibt zusammen zustellen und zu binden und dann in den Lieferwagen zu laden. Als das Auto geladen war konnten wir um 04:20 Uhr die Ware ausliefern an die Kunden, das heisst an die verschiedenen Kioske und Geschäfter mit eben diesen Produkten. Dabei hatte es auch noch Postsendungen für die Augenoptiker und Elektriker. Diese mussten natürlich auch beladen werden und eingescannt werden.

Um ca. 07:45' waren wir von der Tour zurück und mussten nun noch die Retoursendungen und das Leergut abladen. Erst danach war Feierabend.

Nun kam der Chef, also der Inhaber der Firma und fragte natürlich wie es mir gefallen haben. Ich sagte ihm es hätte mir eigentlich gefallen.

Und nun kommt der Hammer:

Er sagte nun was er als Lohn bezahlen würde, wenn ich diese Arbeitsstelle annehmen würde. Die Stunden würden wie folgt berechnet: Arbeitsbeginn wäre jeden Abend um 00:00' und daurt bis um 06:00'. Ausbezahlt würden ca. 3 bis 5 Stunden Arbeitszeit. Ein Monatslohn von Fr. 2'000.00 würde er bezahlen mehr gäbe es nicht. Er würde ein Formular ausfüllen damit die Einwohnergemeinde den fehlenden Betrag bis zum Existenzminimum ausbezahlen würde. Oder bei Stellenlosigkeit natürlich dies als Zwischenverdienst angeben, somit würde den Rest des Arbeitslosengeldes die Arbeitslosenkasse vergüten. Er könne keinen Lohn von CHF 3'600.00 bezahlen. Da die Betreiberin resp. der Logistikbetrieb ihm auch nur die vorgegeben Zeit entlöhne und nicht die effektiven Stunden. Die Wartezeit werde nicht vergütet. Nur hat er sich dann widersprochen und sagte, da er eine Pauschale pro Tour erhalte sei er eben nicht in der Lage mehr zu bezahlen.

Anmerkung vom Schreiberling: Dies würde einem Stundenlohn von CHF 25.00 entsprechen Brutto. Netto gäbe das in etwa CHF 21.00. Wochenarbeitszeit wäre dann 6 Tage a 6 Stunden.

Tatsächlich sieht die Berechnung aber ganz anders aus. Laut dem Chauffeur mit dem ich mitfahren durfte, betrrägt die Arbeitszeit bis zu 11 Stunden. Wenn sie zuwenig Personen haben, kommen dann nochmal gut und gerne 5 Stunden dazu bei gleichbleibendem Lohn.

Mit der Arbeitszeit, die ich an diesem Abend hatte, würde die Berechnung der Arbeitszeit so aussehen: 6 Tage x 8 Stunden = 48 Stunden x 4 Wochen = 192 Stunden im Monat. CHF 2'000.00 : 192 = einen Stundenlohn von CHF 10.42.

Branchen üblich ist ein Stundenlohn von CHF 25.00 bis CHF 30.00.

Fazit ist, dies ist ein Sklavenbetrieber der sehr modernen Art. Der verdient sich eine goldene Nase mit dieser Preispolitik. Eines ist ganz sicher, eine zumutbare Arbeit ist dies nicht.

In Euro umgerechnet wäre dies sicherlich kein schlechter Lohn, nur umgerechnet auf die Arbeit eines Chauffeur in Europa wäre da sicherlich ein Lohn von ca. € 800.00 Netto und das ist sicherlich auch Lohndumping.

Ab solchen Arbeitgebern könnte ich mehr als nur :121

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Re: Moderne Sklaverei in der Schweiz

Beitrag von Shatiel am 30.08.11 11:57

Das ist wirklich schlimm, solche Unternehmer gibts leider zuhauf.

Meine Frage: hast du fürs Probearbeiten was bezahlt gekriegt? Soweit ich weiß, heißt "Schnuppern" nur sich die Betriebsstätte angucken aber eben nicht wirklich selber mitarbeiten (ich zitier hier nur österreichisches Recht, dürfte aber in der Schweiz nicht anders sein). Denn wenn eben eine Arbeitspflicht und Weisungsgebundenheit besteht sowie eine Einplanung in den Dienstplan, dann besteht eventuell ein Beschäftigungsverhältnis (wenn auch nur für einen Tag), für das du Anrecht auf Bezug und SV hast.

Erkundige dich vielleicht mal bei ner Arbeitnehmer-Vertretung, kann sein, dass der Unternehmer für dich nachzahlen (Geld und Versicherung) müsste.
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Re: Moderne Sklaverei in der Schweiz

Beitrag von fidelio777 am 30.08.11 13:45

Nein, für das Probearbeiten gibt es keine Bezahlung. Dies würde er erst dann bezahlen, wenn überhaupt, wenn ich zusagen würde für diese Arbeit.

Leider gibt es in der Schweiz zuhauf solche Arbeitnehmer, die mal jemanden zum Probearbeiten kommen lassen und dann nichts bezahlen, weil sie der Meinung sind, dass es keine Arbeit ist die man an diesen Tagen leistet.

Und gerade im dem Bereich Chauffeur bis 3,5 Tonnen, also Lieferwagen, gibt es nicht einmal einen Gesamtarbeitsvertrag. Da herrscht Wildwuchs wie es den Unternehmern gefällt. Da kennt man zum Beispiel kein Gefahrgut, keine Ruhezeit und auch keine Pausen.

Beim vorgängingen Arbeitgeber, hatte ich eine Nachttour zum fahren für die Post. Arbeitsbeginn am Abend, von zu Hause an, um 20H15' mit Anhänger, ohne Anhänger um ca. 20h40' je nach Wetterverhältnisse auch früher. Ladebeginn um 21H00' oder um 21h30'. Abfahrtszeit wäre um 23h00' gewesen, bei Verspätetem eintreffen des Materials wurde es auch schon mal 01h45'. Späteste Auslieferung sollte um 06h30' sein. Meine Tour betrug so um die 280 km pro Nacht. Wenn alles gut klappte und ich mal an einem Freitag wenige Kunden hatte war ich um 05h00' Morgens zu Hause ansonsten immer etwa so um 07h30'. Geliefert wurden Autoersatzteile und Autozubehör. So wurden auch Autobatterien mit geliefert. Pro Ladung hätten nur deren 4 Batterien beladen werden dürfen, dies interessierte niemanden, weder die Post noch den Transport unternehmer. Auch andere Behälter die gekennzeichnet waren als Gefahrgut, interessierter niemanden. Devies laden, fahren und ausliefern. Es interessierte auch niemanden wir lange man arbeitete. Der Lohn für diese Arbeit war für mich zuerst recht gut, dann hatte ich 400 Franken weniger Lohn und später erhielt ich wieder 200 Franken mehr Lohn, weil die Touren neu berechnet wurden.

Die Transporteure erhielten von der Post eine Pauschale nach Zeit, die Benzinkosten, Kilometergeld und dann noch einen Qualitätsbonus.

Ein Transportunternehmer der bei der Post drei Touren hatte konnte gut davon leben.

Fazit, die Fahrer werden unter aller Sau bezahlt, auf gut Deutsch gesagt.

Und eben bei sämtlichen Schnupperfahrer die ich kennenlernte bezahlte kein einziger eine Entschädigung. Das Schweizerrecht ist dies bezüglich mehr als löcherig wie ein Emmentalerkäse.

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Re: Moderne Sklaverei in der Schweiz

Beitrag von politikjoker am 03.09.11 13:29

Ja und das wird nur schlimmer und ärger:
http://www.voei.at/b2176m35
Is übrigens LINKS populistisch (Stalin), was natürlich völlig unwichtig is, wohingegen das bei Strache & co am allerwichtigsten is, daß sie rechts populistisch sind. teufel

Ich bin für Erhöhung des Umsatzes und für die Erhöhung der Anzahl der Kundschaften sowie Aufträge. dafuer

Was krieg ich nicht...?
GEMEIN! What a Face


Sonst werden damit nämlich hauptsächlich Jobs bzw. Firmen vernichtet, da das zusätzlich Ausgaben sind, die aber leider nicht zusätzlichen Einnahmen gegenüber stehen.

Gibt einfach NUR mehr tote Firmen oder mehr la Bosse.

Soll natürlich den bösen Boss hier nicht in Schutz nehmen.
In keinster Weise!

Es ist einfach Fakt, daß die gestörten Sozialisten (die schon wieder) seit Jahren - kommt alle Jahre wieder (!) - in ihrer beispiellosen Dummheit populistisch die Wirtschaft runieren!

devil devil
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Zuletzt von politikjoker am 07.09.11 21:24 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Moderne Sklaverei in der Schweiz

Beitrag von fidelio777 am 05.09.11 13:00

Ja, ja die Abzocke der Arbeitnehmer ist im vollen Gange. Und dann kommen da noch die Gewerkschaften und fordern mehr Lohn und die Arbeitgeberverbände jammern, wir sind ja so arm und verdienen kein Geld mehr.

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Re: Moderne Sklaverei in der Schweiz

Beitrag von politikjoker am 07.09.11 21:38

*was wäre wenn durchgeknallt Modus ON*

Dabei wäre alles imho soooo einfach!

Einfach die wenigen Unternehmer, die nicht Filialisten oder schein "1-Mann Betriebe meist vom Bau" sind, gar nimmer besteuern.
Hoteliers ganz genauso.

Plötzlich hätten die ärmsten Schweine wieder Luft zum atmen und könnten sich Angestellte leisten. lachen

Wißts, was das heißen würde ??? Shocked
Die ganze Spirale des Todes dreht sich rückwärts, massenweise Leute haben wieder Geld in der Tasche usw. .

Daß die eher kleinen Unternehmer keine Steuer mehr zahlen, sollte imho eher nicht ins Gewicht fallen, da sie imho eher ein kleines "Volumen" ausmachen.

Da die ganzen kleinen Firmen jede extra Leute braucht, hast plötzlich Arbeitsplätze ohne Ende usw. .

Auch sollte den ganzen plötzlich zu hauf wieder arbeitenden Leutz wegen fehlender Steuerbelastung über Unternehmer auch mehr in der Tasche bleiben.

Das Ende vom Lied, imho: Alle happy, die Wirtschaft brummt und der Staat kriegt plötzlich mehr Steuergeld, als je zuvor! lachen

Selbstverständlich müssen dann aber auch alle Ausländer - aus Fairnisgründen teufel - Steuern zahlen.
Natürlich dürfen sie sofort arbeiten.
Allerdings, arbeiten sie nicht, verlieren sie blitzartig eine evtl. bereits verliehene Staatsbürgerschaft und müssen das Land verlassen.
Tun sie das nicht, werden sie deswegen mit 10.000€ / Tag bestraft, die sie per Tagessätzen in unseren Gefängnissen bezahlen müssen.

*was wäre wenn durchgeknallt Modus OFF*


lachen lachen
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Re: Moderne Sklaverei in der Schweiz

Beitrag von fidelio777 am 24.10.11 13:30

Genau so könnte es ja gehen. Aber eben da nur Grosskonzerne an der Macht sind wird es nie klappen.

Die Aktionäre wollen schliesslich nur ihr Geld verdienen. Und das wird ja nur damit verdient in dem man Stellenabbaut.

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